Fruehling erwacht
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Ab der 7. Klasse wurden wir in Sport getrennt unterrichtet und bekamen auch eine neue Lehrerin.
Ich fand sie unglaublich faszinierend, war ihr gerne nah und fragte sie aus.
Dass das Wetter kühler wurde, war gut für mich, da ich mich ja doch für meine Verletzungen schämte.
Mein Vorteil war, dass auch die Lehrerin immer langärmlig war, so das dies nicht so auffällig bei mir war.
Umgezogen habe ich mich die ganzen Wochen in der Toilette.
Einmal hatte ich eine Glasflasche dabei und die ist mir kaputt gegangen, und alles war voller Scherben.
Die Lehrerin meinte dann auch so, warum ich mich denn auf der Toilette umgezogen hätte und ich bin wahnsinnig nervös gewesen.
Eines morgens stellte ich fest, dass mein Pullover in der Wäsche war. Ich war spät dran und dachte, okay, drehen wir die Arme ein bisschen, dann fällt das keinem auf.
Immerhin war ich auch so im Schwimmen und wenn ich die Arme gedreht hielt, sah man das auch nicht.
Zum aufwärmen spielten wir Brennball. Ich rannte und sah nach dem Ball. Dann bin ich geflogen. Ich hab nichts gecheckt, hörte nur den Pfiff von meiner Lehrerin, die das Spiel unterbrach und mich neben sich auf die Bank setzte. Mein Kopf war total neblig, weil mein Handgelenk so stark schmerzte.
Sie "Was ist das?" So ganz ruhig.
Ich hab irgendeinen Unsinn geredet, sowas wie "Bloß Katzen" und dachte irgendwie auch "Jetzt ist es soweit - jetzt ist es ´Offiziell´..."
Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, sie sagte irgendwas von wegen, sie kenne soetwas und ich wäre ihr nicht egal.
Das fand ich heftig!
Es war irgendwie so unwirklich, dass diese Frau, die mich 2 Mal wöchentlich in Sport sah und knapp 4 Monate unterrichtete so etwas zu mir sagte.
Ich wollte ihr dann irgendwie was erzählen aber sie sagte "Hast Dus schwer im Leben?"
Ich fand das total schrecklich, weil ich dachte "Nicht ICH hab es schwer, mein Umfeld hat es schwer mit mir!" Ich hab dann nichts gesagt.

Mein Arm war gebrochen - ich kam ins Krankenhaus und wurde reponiert.
Sprich, operation von außen. Ich bekam einen Gips und musste nicht mehr in den Sportunterricht.
Aber ich hatte panische Angst vor der Lehrerin und hatte Nacht für Nacht die übelsten Alpträume mit ihr als Hauptfigur.
Mir träumte, sie würde mich jagen. Ich rannte und rannte bis zu einem Eisberg und versuchte verzweifelt, nach oben zu klettern rutschte jedoch stattdessen immer näher zu ihr. Auch zwei Männer standen da noch rum, und sie haben mir unglaubliche Angst gemacht!

Ich hatte zudem Angst, dass sie meinen Eltern etwas erzählt.
So zog ich sie - an der ich immernoch so hing, ins lächerliche und erzählte dann beim Essen lachend, die hätte mich wegen svv gefragt. Das ging auf und meine Eltern haben dann auch gelacht so von wegen "Manche sind schon sehr übereifrig"...
Bin dann auch irgendwann in Therapie, bei der städtischen Psychologin, ich mochte die nicht, hatte wohl auch Angst vor ihr (wie eigentlich vor jedem, der das mit dem svv wusste).
Und mitten im Sommer lag bei ihr eine 1 Liter Eisschachtel im Mülleimer und wir hatten es von meinem Essverhalten über Gesunde Ernährung und die Dame hatte (und hat) gute 40 kilo Übergewicht.
Meine Mum hatte bei mir schon in der Kindheit den Verdacht auf ADS, nur hatte sie das gleichzeitig ausgeschlossen, da sie dachte, das gäbe es nur mit Hyperaktivität. Ich kam zu einer neuen Therapeutin. Die kannte sich echt verdammt gut mit ADS aus - war darauf spezialisiert und alles.
Das lief auch ganz gut, auch wenn ich heute nicht mehr allzuviel von ihr halte, so was den Umgang mit anderen Menschen angeht, also gesunden. Sie hatte selbst ADHS.
Ich wollte mich nicht mehr schneiden. Das Thema anzusprechen getraute ich mich aber auch nicht, zumal meine Mum fast immer dabei war.
Irgendwann hab ich es dann geschafft, es ihr zu sagen und sie hat mich dann so gefragt "Wie viel Blut brauchst du, um glücklich zu sein?"
Das hat mich total überfordert und mir wieder extreme Angst gemacht.
In der nächsten Woche wollte ich das mit ihr eigentlich weiter bereden, aber sie hat irgendwie nur über andere Sachen geredet.
Mir fehlte der Mut, es anzusprechen - ich wusste nicht weiter.
Ich wollte aufhören, aber konnte es irgendwie nicht lassen.
Also nahm ich irgendwann meinen ganzen Mut zusammen und ging zu dieser Stadtpsychologin. Ihr sagte ich, dass ich mich nicht traue, das anzusprechen, und dass svv eben immernoch Thema bei mir ist!
Die war total lieb und meinte, sie würde mit der anderen mal reden.
Und hat mich ganz direkt gefragt, ob ich missbraucht wurde oder so, aber wurd ich ja nicht.

Beim nächste Mal war wieder meine Mum dabei. Kaum dass wir im Zimmer waren hat die Frau vor meiner Mum losgelegt, über Rufschädigung, wenn ich zu einer anderen gehen würde und ich war mal wieder total am Ende. Ich hatte wirklich nicht soweit gedacht.
Heute denke ich, dass es mal wieder eine Frau war, die - wie so unglaublich viele Leute in der Branche - wahnsinnig von sich selbst überzeugt war.
Mich hätte das eher nachdenklich gemacht und nicht stinksauer.
Außerdem hatte ich nun das Problem, dass meine Mum es wieder wusste.
Ich hab ihr dann auch nicht mehr vertrauen können.

Die 8. Klasse war allgemein der Horror!
Mein Klassenlehrer ist mir vorgekommen, wie ein Mann mit extrem miesen Nerven. Der ist laufend an die Decke gegangen, am häufigsten wegen mir.
Nach einer Zeit war ich dauernd am flennen, der brauchte mich nur mal scharf anschauen und ich hab geheult.
Wir hatten zum Beispiel Vertretung bei einem Lehrer der mich hasste und ich ihn.
Und wir mussten irgendwas ausschneiden. Alle haben den Müll einfach auf den Boden geschmissen, und weil ich Putzdienst hatte, hab ichs auch gemacht.
Da hat der mich natürlich dumm angemacht und ich dann so "Ich hab eh Putzdienst und die anderen machens doch auch alle"
Der hat dann ins Klassenbuch geschaut und dann war Ruhe.
Dachte ich!
In der nächsten Stunde kam mein schnaubender Klassenlehrer ins Zimmer und hat mich richtig zur Sau gemacht von wegen alles aufn Boden schmeißen.
Ich "Es war doch nur Papier"
Er ist richtig ausgetickt und hat das Schulzeug einer Klassenkameradin auf den Boden geschmissen und den Tisch hinterher.
Ich war so unglaublich am Ende, dass ich nicht mal heulen konnte!
Naja, in dem Schuljahr war ich eigentlich nur am heulen.
Magdalena kam dann auf die Idee, in Mathe Hausaufgaben zu verkaufen und meine andere Freundin und ich fanden die Idee sofort toll.
Magdalena hatte im Internet eine Seite gefunden, in der alle Ergebnisse der Aufgaben mit Lösungsweg draufstanden.
Wir haben dann (intelligenterweise..) das mit dem verkaufen auf ein Blatt geschrieben und in der Klasse rumgereicht und wurden natürlich verpetzt.
Wir mussten dann eine Strafarbeit machen alla "Warum habt ihr das gemacht". Dann kam unser Klassenlehrer und hat mich als Einzigste voll angeschrien und ich musste dann allein sitzen. Mir wurde das zu viel, ich musste voll heulen und wollte aufs Klo (wer heult schon gern vor einem solchen Lehrer) und er hat mich wieder angeschrien alla "Ich sorge dafür, dass du von der Schule fliegst"
Ich war (wie so oft) komplett am Ende!
Und ich hätte so gern aufgehört zu heulen, aber es ging nicht...

Oder ich hatte mit einer Mitschülerin Putzdienst und wir haben es öfter vergessen und mussten die Woche nochmal machen.
Dann haben wir es wieder vergessen und mussten zur Schulleiterin.
Ich hab die ganze Zeit nur geheult und war mit den Nerven komplett am Ende, auch - weil ich wieder diese "Mein Gott, wie kann man nur so dumm sein!?" Spannung hatte.
Der Klassenlehrer hat mich dann angeschnauzt, ich sollte die Krokodilstränen bleibenlassen, dass würde mir eh keiner glauben.
Und ich konnte nicht aufhören zu heulen.
Auch bei der Direktorin nicht, die hat mich dann auch öfter gefragt, was denn wäre, aber ich konnte es nicht sagen.
Wusste es wohl selbst nicht wirklich...
Dann hatte er eine zeitlang einen Referendarier dabei, ich mochte ihn.
Unser Klassenlehrer kam wieder einmal schnaubend zur Tür rein und hielt uns einen Vortrag über rauchende Schüler auf dem Pausenhof, die die Kippe wegschmeißen würden und behaupteten, sie hätten nicht geraucht, wenn man als Lehrer kam.
Ich blickte überhaupt nicht, worum es überhaupt ging.
Also fragte ich naiv und nichts ahnend, ob das etwas mit unserer Klasse zu tun hätte.
Das hätte ich besser gelassen, er ist komplett ausgerastet!
"NATÜRLICH HAT DAS NICHTS MIT DIESER KLASSE ZU TUN!
DIE KLASSE HAT JA SCHLIEßLICH DEN BESTEN RUF - UND VOR ALLEM DU Stella H* - WENN MAN DEINEN NAMEN IM LEHRERZIMMER HÖRT IST ES IMMER................."
Ich saß da und blätterte hektisch in meinem Buch, doch die Tränen kamen trotzdem. Ich schluchzte wie verrückt.
Er stürmte aus der Klasse und der Tumult ging los. Alle hassten ihn und regten sich über "dieses Arschloch" auf. Der Referendar kam zu mir und versuchte, mich zu beruhigen.
Der Lehrer kam rein und sagte, ich solle zur Schulleiterin. Da bin ich glaub ich das erste Mal dissoziiert.
Saß da, und wartete. Meine Sportlehrerin kam, hockte sich vor mich und fragte von unten "Na - was hast Du angestellt?"
Aber ganz lieb.
Ich sagte "Ich weiss nicht.........."
Dissoziiert!
Es war... richtig schlimm, diese Zeit...

Ende der 8., als dann klar war, dass ich wiederholen muss, hat die ganze Familie die Hecke geschnitten. Das ist so ein grässliches Ding mit Stacheln.
Ich weiss nicht warum, aber ich war VOLL negativer Energie. Dann hab ich mich ausversehen oberflächlich verletzt und das hat mich plötzlich extremst getriggert!
Ich bin hoch ins Badezimmer und hab die Klinge ziemlich reingehauen (das ist total selten bei mir! Ich glaube, insgesamt nur 2x vorgekommen)
Ich war echt geschockt, weil es für mich in der Zeit ziemlich tief war.
Und extrem geblutet hat.
Das war vllt 3 Millimeter offen.
Ich hab behauptet, das wäre an der Hecke passiert, und meine Eltern haben das geglaubt (obwohl sogar ich es unglaubwürdig fand, aufgrund der Tiefe...)
Ich hatte dann in der nächsten Sportstunde auch das Gefühl, die Lehrerin hätte es gesehen...
Übrigens waren meine Eltern froh, dass ich wiederholen musste.

Am letzten Schultag ist meine Mum mit mir zu meiner Thera gefahren. Sie hat geheult und gesagt, dass sie es nicht mehr mit mir aushält. Ich weiss gar nicht mehr, was da los war, auf jeden Fall hat sich mein Papa öfter auf meine Seite gestellt und gemeint, sie wäre das Problem und nicht ich.

Ich bin dann für drei Wochen ins Krankenhaus gekommen, da hatte der Psychiater auch ein Zimmer, der jetzt die KJP leitet.
Da war auch eine Magersüchtige, die hieß Antonia und ich habe sie geliebt!!
Sie mochte mich auch sehr und fragte, ob wir uns mal treffen wollten, wenn wir raus wären.
Ich "Ja"
Aber dann wurde sie plötzlich entlassen, von jetzt auf gleich.
Sie war einfach unglaublich schön! Ganz hell, blonde Haare und sehr helle Haut und dazu so dünn, sie war hammer!
Das Krankenhaus fand ich toll. Es waren alle sehr nett zu mir, und ich auch umgekehrt und ich hatte nie Probleme mit irgendjemandem... Ich musste auch sagen, was ich mir vornehme und ich dachte ganz fest "Ich will mit dem svv aufhören!!" aber aussprechen konnte ich es nicht. Es blieb auch während der Thera unausgesprochen.
Das Essen war widerlich!
Ich glaube, ab der 2. Woche hab ich kaum was gegessen, weil meine Zimmerkollegin auf Diät war und ich machte mit.
Wäre ich noch länger geblieben wäre ich vielleicht auch magersüchtig geworden... Ich hab fast immer alles weggeschmissen und das fiel auch nie auf, es war echt geil. Halt ein "Spiel". Aber dann wurde ich entlassen und das ganze hatte sich wieder...

Die Zeit nach meiner Entlassung aus dem Krankenhaus, war unglaublich schön und harmonisch.
In den 3 Wochen war ich wegen dem ADS medikamentös eingestellt worden. Ich verletzte mich auch länger nicht, obwohl ich dort deswegen nicht therapiert wurde.
Die Therapeutin mochte ich im großen und ganzen halbwegs, doch sie fand mich zu kindisch.
Sie meinte, mein Papa sollte mich nicht mehr "Mini" nennen, mein Babyname.
Ich wollte das aber gar nicht und so hat er mich dann doch bald hin und wieder Mini genannt.
9.4.11 13:27


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